Lexikon der Filmbegriffe

AT&T: Bell Laboratories

AT&T kaufte anfangs der 1920er die Rechte an der „Audion-Vakuum-Röhre“, einer Triode, die Lee de Forest 1907 erfunden hatte, und begann in das Geschäft mit Funk, später mit Radio einzusteigen. Anfangs gab es scharfe Konflikte mit RCA, die einige andere Rechte an Vakuum-Röhren hatten; 1926 wurde der Markt geteilt, AT&Ts Broadcasting Corporation of America fiel an RCA, Patente der beiden Konkurrenten konnten wechselseitig genutzt werden. AT&T blieb das Telefongeschäft. Aber nicht nur in diesem Bereich arbeitete die Firma mit Spitzentechnologien – 1962 nahm AT&T z.B. den ersten kommerziell betriebenen Satelliten (Telstar I) in Betrieb. Wichtiger war eine eigene Forschungs- und Entwicklungsabteilung, durch die sich die Firma von den meisten ihrer Konkurrenten unterschied: 1925 wurden die Bell Telephone Laboratories (oft auch kurz: Bell Labs) in Holmdel, NJ gegründet, eine der einflussreichsten Entwicklungsfirmen der Kommunikationsindustrie überhaupt (mit 40.000 Erfindungen, 31.000 Patenten und 6 Nobelpreisen). Hier wurde der Transistor und das Laser erfunden, die photovoltaische Zelle, die Programmiersprache C oder das Betriebssystem Unix. 1949 gestand AT&T dem Justizministerium zu, die marktbeherrschende Stellung, die gerade die Neuerfindungen der Bell Labs ermöglicht hätte, nicht auszubauen, sondern die Patente allen ernsthaft Interessierten zugänglich zu machen und sich selbst aus dem Bau und Vertrieb von Computern herauszuhalten. Die Bell Labs wurden 2002 an Lucent Technologies abgegeben.

Literatur: Millman, Sidney (ed.): A history of engineering and science in the Bell system [1875-1975]. Prep. by members of the Technical Staff, AT and T Bell Laboratories. New York: AT&T Bell Laboratories n.d.
 

Referenzen:

AT&T


Artikel zuletzt geändert am 13.01.2012


Verfasser: JH


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