Lexikon der Filmbegriffe

skaz

von russ.: skazat = sagen

Bei Boris Michaijlovic Eichenbaum und anderen russischen Formalisten gebrauchter Begriff, um die Erzählweise eines literarischen Textes zu beschreiben, die durch den persönlichen Ton des fiktiven Erzählers gekennzeichnet ist. Eichenbaum schwebte insbesondere vor, mit dem Konzept des skaz auch geschriebene Literatur auf orale Vermittlungsbedingungen von Literatur zurückzuweisen, so dass dem Erzähler eine nicht nur logische Rolle zukommt, sondern er sich in Lexik, Syntax und „Intonation“ im Text selbst manifestiert. Insofern ist skaz einer der Schlüsselbegriffe der Stilistik der Formalisten. Der skaz bezeichnet z.B. den komischen Effekt, der sich aus der spezifischen Redeweise eines Textes ergibt (z.B. Sprachspiele, Kalauer, Alogismen). Eine explizite Übertragung des Konzepts auf den Film steht aus.

Literatur: Ejchenbaum, Boris: Die Illusion des ‚skaz‘. In: Russischer Formalismus. Texte zur allgemeinen Literaturtheorie und zur Theorie der Prosa. Hrsg. v. Jurij Striedter. München: Fink 1988, S. 161-167; dt. zuerst 1969; russ. Orig. 1924. – Vinogradov, Viktor: Das Problem des ‚skaz‘ in der Stilistik. In: Russischer Formalismus. Texte zur allgemeinen Literaturtheorie und zur Theorie der Prosa. Hrsg. v. Jurij Striedter. München: Fink 1988, S. 169-207; dt. zuerst 1969; russ. Orig. 1925.
 


Artikel zuletzt geändert am 22.07.2011


Verfasser: HJW


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