Lexikon der Filmbegriffe

Ungleiches Paar

Figurenkonstellation, die großes dramaturgisches Potential allein aus der Verschiedenheit zweier gleichberechtigter Figuren gewinnt sowie aus den Spannungen und Konflikten, die sich – dank dieser Verschiedenheit – auf quasi natürliche Art zwischen den beiden (meist Haupt-)Figuren entzünden. Die Ungleichheit des Paars kann sich aus kulturellen, sozialen, generationen- oder geschlechterspezifischen Unterschieden heraus ergeben; dementsprechend kann es um Kulturkontraste (wie das Flüchtlingspaar in The Defiant Ones, 1958), Generationenbeziehungen (wie in Wim Wenders‘ Alice in den Städten, 1973), den Geschlechterkampf (wie manche Paarungen in der Screwball-Komödie etwa in Bringing Up, Baby, 1938) u.ä. gehen. Oft genug besteht das Paar aus zwei Männern, selten aus zwei Frauen, noch seltener aus einer Mensch-Tier-Konstellation (wie das Polizist-Hund-Paar in Turner & Hootch, 1989). Die aus der Ungleichheit gewonnenen Konflikte können komische oder dramatische Effekte nach sich ziehen, entsprechend wird das Motiv in ganz unterschiedlichen Genres genutzt. 


Artikel zuletzt geändert am 12.10.2012


Verfasser: PB


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