Lexikon der Filmbegriffe

romantic comedy

dt. manchmal: romantische Komödie; selten als Kurzform: rom-com

Bezeichnung für einen Typ der Komödie seit Shakespeare (z.B. A Midsummer Night’s Dream), der insbesondere Dummheiten, Missverständnisse, Pannen und Hindernisse in den Beziehungen (junger) Liebender ausgestaltet. Da sie ihre Geschichten von Liebe und Freundschaft in der Tendenz leichtfüßig, charmant und zurückhaltend-humorvoll, aber ohne tiefere Ironie oder satirischen Biss bis zum üblicherweise glücklichen Ende erzählt, sieht sie sich häufig dem Vorwurf der Oberflächlichkeit und Seichtheit ausgesetzt, womit allerdings ihren strukturellen Eigenheiten wie auch ihrer Stellung zwischen der vom Ansatz her zynischeren comedy of manners (bzw. ihrer filmischen Variante, der eher aggressiven screwball comedy) und der belehrenderen Tragikomödie nicht Genüge getan wird. Die comedy of remarriage, bei der – wie in The Philadelphia Story (Die Nacht vor der Hochzeit, USA 1940, George Cukor) – ein Paar sich trennt und nach einer Reihe von Verwicklungen wieder zusammenkommt (und erneut heiratet), kann als Spezialfall der romantic comedy gesehen werden. Als früher Meister des Subgenres ist Ernst Lubitsch zu nennen. Zahlreiche Filmpaare verdanken ihre verbundene Prominenz Rollen in romantischen Komödien; ein solches erfolgreiches Paar bilden in der neueren Filmgeschichte Tom Hanks und Meg Ryan (manchmal auch „Queen of Fluff“ gerufen) (in Nora Ephrons Sleepless in Seattle, USA 1993, und You‘ve Got Mail / E-M@il für dich, 1998). Romantische Komödien behandeln die Spielarten der Liebe, ihre Irrungen und Verlockungen, die Intrigen, die in ihrem Namen gesponnen werden, und das Glück, das den Liebenden verheißen ist; der vielleicht reinste Vertreter des Anliegens ist Ingmar Bergmans historische Typenkomödie Sommarnattens leende (1955).

Literatur: Deleyto, Celestino: Between friends: love and friendship in contemporary Hollywood romantic comedy. In: Screen 44,2, 2003, S. 167-182. – Evans, Peter William / Deleyto, Celestino (eds.): Terms of endearment: Hollywood romantic comedy of the 1980s and 1990s. Edinburgh: Edinburgh Univ. Press 1998. – Gehring, Wes D.: Romantic vs. screwball comedy: charting the difference. Lanham: Scarecrow Press 2002 (Studies in Film Genres.). – Harvey, James: Romantic comedy in Hollywood from Lubitsch to Sturges. New York: Knopf 1987; Neuaufl. New York: Da Capo Press 1998.

Referenzen:

baxter

falsche Liebespartner

Romanze

romantische Komödie

Screwball Comedy

sentimental comedy

Sittenkomödie


Artikel zuletzt geändert am 24.08.2014


Verfasser: LK JH


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