Lexikon der Filmbegriffe

Schiebeblende


manchmal auch: Wischblende, Wischer; engl.: push-off, push-over, wipe

Schiebeblenden gehören zu den Trickblenden. Manchmal wird ein Bild über ein anderes geschoben, das „hinter“ dem anderen verschwindet (im Englischen meist pushover genannt). Bei einer Schiebeblende im engeren Sinne (push-off) scheint das eine Bild das andere aus dem Bildfeld zu schieben. Ein bemerkenswerter reflexiver Effekt tritt dabei auf: Entweder wird eine unbekannte Kraft induiziert, die das Bild zu schieben scheint; oder diese Kraft wird dem Bild selbst zugeordnet – durch die Fähigkeit, physikalischen Einfluss auf ein anderes Bild auszuüben, wird dem Bild eine Materialität zugewiesen, die sonst nicht erkennbar ist. Manchmal ist die Schwere des Bildes inszeniert, wenn sich Figuren im verdrängten Bild gegen die Verdrängung wehren.
Gelegentlich ist die Schiebeblende mit der lateralen Raumordnung verbunden. Meist ist zwar die Richtung, in der das eine das andere Bild verdrängt, insignifikant. In René Clairs The Ghost Goes West (1935) findet sich aber eine kleine Sequenz, in der Bilder des Kapitols, des Ozeans und des englischen Parlaments in der konventionellen Geometrie der Landkarten angeordnet sind: USA links, England rechts, dazwischen der Atlantik. 
 


Referenzen:

Vorhangblende


Artikel zuletzt geändert am 13.10.2012


Verfasser: HJW


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