Lexikon der Filmbegriffe

Sexbombe

engl.: bombshell, sex bomb, anatomic bomb

Defaitistische Bezeichnung für Frauen, denen ein aggressiver Sex-Appeal unterstellt wird, meist verbunden mit bis zur Groteske übertriebenen Geschlechtsmerkmalen. Die deutsche Bezeichnung kam wohl in den 1950ern als Ironisierung der „Atom-“ resp. „H-Bombe“ auf; das amerikanische bombshell ist schon in den 1930ern verbreitet und gab einem Film mit Jean Harlow den Titel (1933), die als erste Hollywood-Sexbombe gilt. Die Bezeichnungen spiegeln Sexrollen-Klischees wieder: Nach Vorläufern in den 1920ern und 1930ern waren die 1950er und 1960er eine Hochphase von Stars, die dem Sexbomben-Klischee entsprachen (Marilyn Monroe, Sophia Loren, Brigitte Bardot, Anita Ekberg); die Filme selbst umspielten das Klischee manchmal höchst ironisch (wie Frank Tashlin in Hollywood or Bust, USA 1957, oder Federico Fellini in dem Kurzfilm Le tentazioni del dottor Antonio aus dem Ombibusfilm Bocaccio 70, Italien 1962, beide mit Anita Ekberg). Danach verliert sich die Bedeutung der Bezeichnung, die ein hohes Maß an formalisierten Beziehungen, an unterdrückten erotischen Impulsen und an Entfremdung zwischen den Geschlechtern voraussetzt.

Literatur: Trimborn, Jürgen: Die Pose als Inszenierungsmittel der Sexbombe im amerikanischen Film der fünfziger und sechziger Jahre. Köln: Leppin 1997.


Artikel zuletzt geändert am 22.07.2011


Verfasser: AS


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