Lexikon der Filmbegriffe

knockabout comedy

dt. etwa: Hau-drauf-Komödie, auch: Schmierenkomödie; weitestgehend synonym mit: Slapstick-Komödie

Eine gewisse Form von Humor wird durch die körperliche Schikanierung des Akteurs erzeugt. Die knockabout comedy lebt aus physischem Witz – die Akteure stürzen und rutschen aus, sie werden überfahren oder geraten unter schwere Gegenstände, Konflikte werden als Schlägereien ausgeführt, die Dingwelt wird immer wieder in die Zerstörungstätigkeit, aber auch in die körperliche Aktion einbezogen. Die Schauspieler wirken körperlich aufeinander ein, sie verändern ihre Physis (in Tortenschlachten und dergleichen mehr, aber auch in handfesten Transformationen ihres körperlichen Zustands, wenn etwa jemandes Beine flach werden, nachdem ein Auto darübergefahren ist). Diese Art von Komik basiert auf den akrobatischen Fähigkeiten der Schauspieler, die oft (wie z.B. Buster Keaton, aber auch Jackie Chan) die Action-Szenen selbst gespielt haben. Sie entstammt der Tradition des Populärtheaters und des Zirkus, und gerade frühe Komödienstars kamen von Vaudeville-Bühne und Zirkus zum Film; Charlie Chaplin etwa kam mit der Theatertruppe „Karno Speechless Comedians“ in die USA und übertrug Spiel-, Aktions- und Inszenierungsweisen von der Bühne auf den Film. Die knockabout comedy gilt heute als Form flacher Unterhaltung, die Bezeichnung ist meist pejorativ verwendet. 

Literatur: Staveacre, Tony: Slapstick! The illustrated story of knockabout comedy. North Ryde/London: Angus & Robertson 1987.
 

Referenzen:

physical comedy

pratfall / pratfalling

Slapstick


Artikel zuletzt geändert am 13.10.2012


Verfasser: JH


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