Lexikon der Filmbegriffe

Syndication: Regulierung

Die Financial Interest and Syndication Rules (Fin-Syn Rules) wurden 1970 von der United States Federal Communications Commission (FCC) erlassen. Sie verfolgten folgende Ziele: Die Übermacht der Broadcast Television Networks, die aus der vertikalen Integration von Produktion, Vertrieb und Programmgestaltung folgte, sollte begrenzt und die Verhandlungsmacht der unabhängigen Produzenten gestärkt werden. Außerdem sollten wirtschaftliche Unabhängigkeit und Verhandlungsmacht sollten die unabhängigen Produzenten in die Lage versetzen, selbst über die Inhalte ihrer Filme zu entscheiden, so dass die Vielfalt des Programmangebots im Fernsehen gefördert wurde. Die ergänzende Financial Interst Rule erlaubte den Networks nur den Ankauf der First-Run Network Exhibition Rights. Die Dauer der Lizenzzeit wurde begrenzt. Das Justizministerium verschärfte die Auflagen 1977 (Consent Decrees): Die Networks durften nur noch einen kleinen Teil der Prime-Time Sendezeit in einer Woche mit Eigenproduktionen belegen. Nach heftigen Debatten liefen die Fin-Syn Rules 1990 aus, bis 1995 waren alle Auflagen der Networks aufgehoben. Die Zeit zwischen 1970 und 1990 hatte aber zu einer massiven Stärkung der unabhängigen Fernsehproduzenten geführt, so dass der US-Fernsehmarkt lange Jahre eher von Produzenten als von Sendern bestimmt wurde. Heute hat sich die Konzentration verschärft – viele große Firmen suchen Produktion und Distribution zu koppeln. Fox, Paramount und Warner haben eigene Fernsehsender gegründet; Disney hat ABC, Viacom CBS übernommen und Paramount dem Konsortium beigefügt.

Literatur: Covington, William: The Financial Interest and Syndication Rules in Retrospekt: History and Analysis. In: Communication and the Law, June 1994. – Einstein, Mara: Media diversity. Economics, ownership, and the FCC. Mahwah, N.J. [...]: Erlbaum 2004. – Schulze, Bernd: Mehrfachnutzung von Medieninhalten. Entwicklung, Anwendung und Bewertung eines Managementkonzepts für die Medienindustrie . Lohmar [...]: Eul 2005.
 

Referenzen:

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Artikel zuletzt geändert am 13.10.2012


Verfasser: HHM


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