Lexikon der Filmbegriffe

Ministry of Information (MoI) Films Division

Mit dem Ausbruch des Zweiten Weltkrieges übernahm in Großbritannien das Ministry of Information (MoI) weitgehende Zensuraufgaben der BBFC. Neben der Zensur von Nachrichtendiensten, Presseagenturen, Spiel- und Dokumentarfilmen koordinierte die Films Division des Ministeriums auch den Einsatz von staatlichen und kommerziellen Filmproduktionen. Um die USA zum Kriegseintritt zu bewegen, bezuschusste das MoI den Film 49th Parallel (1943) mit 60.000 £, nahm aber nach anhaltender Kritik wieder Abstand von der Finanzierung von kostenintensiven Spielfilmen. Ohne genau festgelegte politische Vorgaben, produzierte die Films Division zahlreiche Wochenschau-Berichte, Dokumentar- und Kurzfilme in enger Kooperation mit privaten Produzenten, Verleihern und Kinobesitzern. Um auch eigenständig Filme produzieren zu können, wurden die einzig existierende staatliche Filmproduktionsgruppe G.P.O. Film Unit und zahlreiche Vertreter des Documentary Movements in das MoI eingegliedert. Insgesamt produzierte die Films Division über 2.000 Filme.

Weitere Informationen: Berger, Jürgen. Listen to Britain. Strukturen und Arbeitsweisen der Films Division des Ministry of Information 1939-45. Ein Beitrag zur Administrations- und Produktionsgeschichte britischer Filmpropaganda. Unveröffentliche Dissertation der Universität Konstanz 2001. – Chapman, James. The British at War. Cinema, State and Propaganda, 1939-1945. London/New York: I.B. Tauris 1998.


Artikel zuletzt geändert am 31.07.2011


Verfasser: THO


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