Lexikon der Filmbegriffe

taiyozoku

auch: Taiyô-zoku; Taiyoo-zoku; Taiyoh-zoku; von japan. taiyô = „Sonne; davon auch: Zeit der/des...“ + zoku = „Räuber, Rebell“

Der Ausdruck taiyô-zoku (deutsch als „Sonnen-Clan“ verwendet) umschreibt in Japan Gruppen von der bürgerlichen Gesellschaft entfremdeten Jugendlichen nach dem Zweiten Weltkrieg, wie sie Shintarô Ishihara in seinem Roman „Taiyô no kisetsu'“ (engl. Titel: Season of the Sun) von 1955 beschrieben hat: Während die Jugendlichen als frühe Slacker eigentlich nur Sport treiben, mit den Freunden abhängen, Spaß haben und Mädchen kennenlernen wollen, werden sie von den besorgten Erwachsenen der japanischen Nachkriegszeit als gefährlich für die Gesellschaft und potentielle Jugendbanden-Kriminelle identifiziert. Probleme und Auseinandersetzungen sind also vorgezeichnet.

Bereits 1956/57 lieferte Yasushi (alias Kô) Nakahira eine Adaption von Ishiharas Roman, in dem der Streit um ein Mädchen zwischen zwei Brüdern tragisch endet: Kurutta Kajitsu (Die gelbe Venus von Kamakura), ein Film, der das besondere Interesse des jungen François Truffaut auf sich zog. Unter dem Romantitel erschien 1956 Takumi Furukawas Filmfassung. Nicht als Verfilmung des Romans versteht sich Nagisa Oshimas Taiyô no Hakaba (Das Grab der Sonne, 1960), der seine Story um gewalttätige Auseinandersetzungen zwischen kriminellen Banden und die Selbstbehauptung eines jungen Mädchens in die Slums von Osaka verlegt. Der Zeichentrickspezialist Noboru Ishiguro hat 1986 den Roman wiederum unter seinem Originaltitel als animierte Literaturverfilmung bearbeitet, und von 2002 stammt unter gleichen Titel eine Miniserie von Nobuhiro Doi. Recht langlebig war jene motivlich angelehnte Filmserie, die zwischen 1961-1981 mit variablen Teiltiteln unter dem Leittitel Wakadaishô [wörtlich: „Großer Junge“] einigen Erfolg zu verzeichnen hatte.


Artikel zuletzt geändert am 05.02.2012


Verfasser: LK


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