Lexikon der Filmbegriffe

Techniscope

Techniscope ist eine Variante des Superscope-Formats. Es wurde von der italienischen Abteilung von Technicolor entwickelt. Techniscope nutzt für ein Bildkader nur die Hälfte des Filmnegativs aus und hat eine Bildhöhe, die nur zwei statt der üblichen vier Perforationslöcher belegt. So ist das Verfahren außerordentlich sparsam im Umgang mit dem Material. Außerdem können für die Aufnahme normale Optiken verwendet werden, so dass auch die Mieten für anamorphotische Objektive entfallen. Im Kopierprozeß wird das Bild auf die normale Kadergröße vergrößert und anamorphotisch verzerrt, so dass die Vorführkopie wie eine CinemaScope-Kopie projiziert werden kann. Techniscope-Aufnahmen galten trotz des relativ kleinen Ausgangsnegativs als tiefenschärfer, brillanter und zeichnungsreicher als CinemaScope-Aufnahmen.
Techniscope war vor allem in Europa populär. Das Technicolor-Kopierwerk konnte manchmal die Menge der Kopien nicht herstellen und lizensierte andere Kopieranstalten, die Techniscope-Kopien unter dem Label Cromoscope herstellten. Der erste Film war der italienische Sandalenfilm La Donna dei Faraoni (1960). Paramount setzte das Verfahren nach 1964 vor allem in der Produktion von Billigfilmen ein. Als erster gilt The Law of the Lawless (1964). Zu den berühmtesten Techniscope-Filmen zählen – neben zahlreichen anderen Italo-Western – die beiden Il Buono, il Brutto, il Cattivo (1966) und C‘era u.a.volta il West (1969) von Sergio Leone und George Lucas‘ American Graffiti (1973). Erst in den späten 1970er Jahren wurde das System unpopulär und geriet mehr und mehr ins Vergessen.


Artikel zuletzt geändert am 23.07.2011


Verfasser: JH


Zurück