Lexikon der Filmbegriffe

Portal

auch: Bühnenrahmen, Bühnenportal, Portalrahmen, Portalanlage, technisches Portal

Die bilderrahmenartige Umfassung der Bühne, wie sie vom Zuschauer aus sichtbar ist, wird „Portal“ genannt. Sie bildet die vordere Öffnung der Guckkastenbühne. Das Portal besteht aus zwei Seitenteilen, den Portaltürmen, und einem Oberteil, der Portalbrücke. Vor allem im Barocktheater war das Proszenium (auch: Proszeniumsbogen) reich ausgestaltet, der Übergang vom Bühnen- zum Zuschauerraum wurde architektonisch eigens ausgestaltet. Zu dieser Zeit und in der darauf folgenden Zeit des Logentheaters waren oft Logen mit besonders exponierten Sitzplätzen in das Proszenium integriert, so dass Zuschauer an diesen Orten „zwischen“ die beiden modalen Räume gerieten und in gewisser Weise zur Inszenierung der Theaterhaftigkeit des Geschehens zählten. Als Rahmung des Bildes und manchmal als offener Verweis auf seine theatergeschichtliche Funktion findet sich das Portal auch als bildkompositorischer Rahmen im Kino.


Artikel zuletzt geändert am 26.07.2011


Verfasser: HHM


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