Lexikon der Filmbegriffe

Abnahme

engl: acceptance

(1) Von einer Abnahme spricht man in jedem Stadium der Filmproduktion, wenn das Produkt von den Auftraggebern akzeptiert wird. Mit der Abnahme werden die vertraglich zugesagten Honorare oder anderen finanziellen Leistungen (wie auch Zuschüsse durch die Filmförderung) fällig. Die wichtigste Abnahme ist nach der des Drehbuchs die technische, inhaltliche und ästhetische Abnahme des fertiggestellten Films durch die Studioverantwortlichen oder heute oft der Vertreter der auftraggebenden Sendeanstalt.
(2) Eine andere Form der Abnahme geschieht durch Zensurbehörden. In Deutschland war es seit 1906 Pflicht, den Film durch die staatlichen Zensurbehörden genehmigen zu lassen, sie legten dann für den Film eine Zensurkarte an. Eine öffentliche Aufführung war nur dann gestattet, wenn die Abnahme durchgeführt worden war.
(3) Im Dokumentarfilm wird manchmal eine Abnahme durch die Dargestellten vorgenommen – nach der moralischen Regel ist ein Film erst dann akzeptabel und gibt erst dann die Alltagswelt der dargestellten Figuren angemessen wieder, wenn diese selbst der Darstellung zustimmen. Eine derartige Rückkoppelung an das dargestellte Milieu wird oft Feedback genannt und gehört zu den Strategien reflexiver Handlungsforschung mit dem Mittel des Films. Ein berühmtes Beispiel sind die Arbeiten Jean Rouchs.


Artikel zuletzt geändert am 12.10.2012


Verfasser: HHM


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