Lexikon der Filmbegriffe

Audiokassette

Philips stellte am 28.8.1963 auf der Internationalen Funkausstellung (IFA) in Berlin die erste Audiokassette nebst Abspielgerät vor, das DM 300 kosten sollte und damit deutlich unter den Preisen für Spulengeräte lag. Es war zunächst als Diktiergerät gedacht, doch wurde es von Beginn an dazu benutzt, mit dem Mikrophon Musik vom Radio aufzunehmen. Seit Ende der 1960er Jahre gab es Autoradios mit eingebautem Kassettengerät. 1979 stellte Sony den Walkman vor. Bis in die 1980er Jahre hinein wurde die Kassette aus Preisgründen auch als Speichermedium für Heim-Computer verwendet.
Die ersten kommerziellen Kassetten wurden 1965 verkauft. Eine Kassette besteht aus dem Magnetband, das auf zwei Spulen in einem Kunststoff- (selten auch: Keramik-) Gehäuse hin- und herlaufen kann. In jeder Richtung können zwei Spuren bespielt oder abgehört werden, also z.B. eine Stereo-Aufzeichnung. Das Band ist 3,175mm breit und bewegt sich mit einer Geschwindigkeit von 47,625mm/s. Die verbreiteten Laufzeiten waren C60 (30min/Seite) und C90 (45min/Seite), es gab aber auch C120 (60min/Seite), das wegen des dünneren Bandes und der Anfälligkeit zu Jaulen, Reißen und Bandsalat aber weniger verbreitet war. Als magnetisierbares Beschichtungsmaterial wurde zunächst Ferrit (Kassettentyp I) verwendet, später dann das höher aussteuerbare Chromdioxid (Typ II), kurzfristig eine Eisen-Chrom-Verbindung (Typ III) und „elementar metallische Partikel“ („Metal“ = Fe²O³, Typ IV). Die beiden letzten konnten sich wegen des hohen Preises am Markt aber nicht durchsetzen. Die Weiterentwicklung der Audiokassette wurde mit der Entwicklung digitaler Aufzeichnungsmedien (DAT = Digital Audio Tape; MD = MiniDisc; CD = Compact Disc; DVD = Digital Versatile Disc) praktisch aufgegeben. 


Artikel zuletzt geändert am 15.07.2011


Verfasser: JH


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