Lexikon der Filmbegriffe

cross cutting

dt. wörtlich: „Überkreuz-Montage“; meist: Parallelmontage, Alternationsmontage; gelegentlich: Kreuzschnitt

Werden in einem Film mindestens zwei Handlungsverläufe alternierend („überkreuz“) geschnitten, dass also abwechselnd (alternierend) einem Bild der Handlung A ein Bild der Handlungs B folgt – nach dem Muster A1/B1, A2/B2, A3/B3 .. bis An/Bn –, spricht man von cross cutting.
Parallelmontagen unterscheiden sich in ihrer Zeitform: Wenn derartige Doppel-Handlungsverläufe dramatisch auf einen gemeinsamen Höhepunkt zulaufen, kommt es am Ende oft zur koinzidierenden Schlusseinstellung, in der die beiden beteiligten Handlungsstränge zusammengeführt werden. Das kann beim dramaturgisch erprobten Verlauf eine „Rettung in letzter Minute“ zwischen Bedrängten (im frühen Western etwa bei einem Indianerüberfall die Siedler) und Rettern (die gerade noch rechtzeitig erscheinende US-Kavallerie) geschehen. Dann handelt es sich um eine zeitparallele, simultane Montage. Die Parallelmontage selbst kann aber auch sinnbildhaft parallele Motive alternierend in den Handlungsstrang montieren, wie S.M. Eisenstein machte in Stachka (dt.: Streik, UdSSR 1925) streikende Arbeiter, die von der zaristischen Soldateska abgeschlachtet werden, mit dem Abschlachten von Rindern im Schlachthof parallelisierte. In der Schlusssequenz von Francis Ford Coppolas Apocalypse Now (USA 1978-79) wird sowohl simultan als parallel im Verfahren des Cross Cutting das Abschlachten eines Wasserbüffels in einem Tempelareal gezeigt wie auch das die eigentliche Handlung des Films beendende Getötetwerden des Bösewichts.

Literatur: Koch, Gertrud: Face and mass: towards an aesthetic of the cross-cut film. In: New German Critique 95, 2005, S. 139-148.

Referenzen:

alterniertes Syntagma

cross cutting: Frühzeit

Parallelmontage


Artikel zuletzt geändert am 13.10.2012


Verfasser: HB


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