Lexikon der Filmbegriffe

Studiobassin

engl.: tank

Da sich Wellen nicht miniaturisieren lassen, war es nötig, für Modellaufnahmen von Schiffen im Wasser recht große Modelle (der Maßstab variiert zwischen 1:4 und 1:24) zu bauen. Die Filmaufnahmen erfolgten im Außenbereich der Studios. Dort standen Wasserbecken von enormen Ausmaßen (90x110m, bei einer Tiefe von 90cm) für Schiffsmodellaufnahmen zur Verfügung, mit dahinter aufragendem Rundhorizont, in lichtem Blau gehalten, teilweise ergänzt durch aufgemalte Wolken. Das Bassin, das für Cleopatra (1963) gebaut wurde, fasste elf Millionen, der zugehörige Tank 15 Millionen Liter Wasser. Schiffe, die im Hintergrund agierten, wurden in kleinerem Maßstab gebaut, um Tiefe zu suggerieren. Innerhalb des Beckens gab es einen tieferen Bereich, in dem Schiffe sinken konnten. Die Schiffe wurden an Kabeln gezogen, so dass sie sich dem Wellengang anpassen konnten. Das Wasser war gefärbt, dass man den Bassin-Untergrund nicht sehen konnte. Gedreht wurde im Zeitraffer mit bis zu 120 B/S. Manche Bassins waren mit Unterwasserfenstern für Spezialaufnahmen ausgestattet. Experten für Bassin-Aufnahmen gab es bei allen Studios (MGM: A. Arnold „Buddy“ Gillespie, Fox: L.B. „Bill“ Abbott). Zwar lassen sich Schiffsmodelle auch auf offener See filmen, doch fanden die Aufnahmen zu Camerons Titanic (1997) in einem Bassin in Mexiko statt. Der „Warner Ocean“, der für The Sea Hawk (1940) gebaut wurde, war so groß, dass zwei Schiffe in den Originalmaßen (55 bzw. 45m Länge) darin Platz fanden, die mittels hydraulischer Hebevorrichtungen zum Schwanken gebracht werden konnten. 
 

Referenzen:

Wassertank


Artikel zuletzt geändert am 22.07.2011


Verfasser: RGI


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