Lexikon der Filmbegriffe

Vorausblende

engl.: flash forward, flash ahead; oft auch dt. als: Flashforward

Eine dramaturgische Struktur, in der ein gegenüber der aktuellen Handlung noch zukünftiges Ereignis in den Ablauf der Erzählung eingefügt wird, wird Vorausblende genannt. Anders ausgedrückt: In der Vorausblende präsentiert der Plot Handlungselemente, deren Sinn sich den Zuschauern erst später vollständig erschließen wird. Damit wird von der Linearität der Story abgewichen. Die zukünftigen Ereignisse sind oft als Visionen einzelner Figuren motiviert, eine Lösung, die besonders im Horror- und Gruselfilm angewendet wird (ein Beispiel ist der mystische Thriller Don‘t Look Now, 1973, Nicolas Roeg, in dem mehrere Vorausblenden kommenden Tod ankündigen). Manchmal wird auf das fatale Ende einer Geschichte ausgegriffen, so dass dem Geschehen ein narratives Ziel zugeordnet wird (so, wie in They Shoot Horses, Don‘t They, 1968, Sidney Pollack, der Mord an der Heldin mehrfach in Vorausblenden angekündigt wird). Kompliziertere Zeitstrukturen verzichten auf diese Art der Bindung an Protagonisten und setzen die Vorausblende quasi übergangslos ein (wie Resnais‘ La Guerre est finie, 1966). Im Vergleich zur Rückblende fordert dies dem Publikum deutlich mehr an Verstehensarbeit ab, die dann in Verunsicherung münden kann, wenn die Zuschauer über (zu) wenig Informationen verfügen, anhand derer sie die Vorausblende in die Story einfügen können. 
 

Referenzen:

Prolepse


Artikel zuletzt geändert am 20.03.2013


Verfasser: PB MB


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