Lexikon der Filmbegriffe

16mm-Film

Der Ingenieur John G. Capstaff von den Kodak-Laboratorien begann 1914, mit halbiertem 35mm-, später dann mit 16mm-Material zu experimentieren. Eine Bildbreite von 10mm schien das Minimum an Trägermaterial, das man brauchte, um akzeptable Bilder (im Bildformat 10x7,5mm) machen zu können. Hinzu kamen je 3mm für die Perforation, so dass eine Materialbreite von 16mm als akzeptables Kleinformat möglich schien. Ein erster Film (A Child‘s Birthday Party) wurde von Capstaff 1921 belichtet. Der Kodak-16mm-Film auf Azetat-Basis (Sicherheitsfilm) wurde am 5.7.1923 – nach einer langen Unterbrechung der Entwicklungsarbeit durch den ersten Weltkrieg – zusammen mit der Ciné-Kodak-Kamera und dem Kodascope-Projektor vorgestellt. Pathé, die gleichzeitig das 9,5mm-Format als Amateurformat am Markt zu lancieren versuchten, polemisierte zwar gegen den hohen Preis, doch argumentierte Kodak dagegen, dass die Gefahr der Materialbeschädigung bei einer Mittenperforation wie beim 9,5mm-Film sehr hoch sei. Außerdem war die Empfindlichkeit des 16mm-Films besser. Gleichzeitig brachte Kodak auch noch einen Umkehrprozess auf den Markt, der die Kosten gegenüber dem traditionellen Negativ-Positiv-Verfahren auf ein Sechstel reduzierte. Nach Einführung des Tonfilms wurde eine Seite der Perforation durch eine Tonspur ersetzt; das Verfahren wurde 1932 als SMPE-Standard akzeptiert. Um 1950 wurde 16mm-Farbmaterial angeboten. Schon 1925 begann Kodak, ein Angebot von Kauf- und Leihfilmen für den 16mm-Markt aufzubauen. Andere Firmen folgten. Nach dem 2. Weltkrieg entstand in den USA eine große Anzahl von 16mm-Filmclubs – das Verfahren hatte sich für den nichtkommerziellen Gebrauch damit endgültig durchgesetzt. Als Produktionsformat war 16mm vor allem im Dokumentarfilm (wegen der Leichtigkeit der Kameras) und im Bereich des Independent-Kinos (wegen der viel geringeren Kosten) von größter Bedeutung. Erst nach der Einführung von Video und DVD verliert es seine zentrale Rolle.

Referenzen:

Filmformate: Super-16mm


Artikel zuletzt geändert am 03.01.2012


Verfasser: JH


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