Lexikon der Filmbegriffe

Hagiopic

Ein von Pamela Grace in Anlehnung an „Biopic“ geprägter Neologismus des Amerikanischen. Mit diesem Terminus werden Filme bezeichnet, die sich dem Leben und Wirken von Jesus, Heiligen oder anderen bedeutenden und für verehrungswürdig gehaltenen Gestalten aus der Geschichte der Religiosität widmen und die – zumindest in historischer Perspektive – ganz spezifische Konventionen der Darstellung von Erhöhung und Verklärung der dargestellten Personen mit ihren jeweiligen Lebensentwürfen, Heilsaufträgen, Anfechtungen, Prüfungen, Leidenswegen, Heilungen, Wundern oder sonstigen Erfolgsgeschichten oder Legenden usw. ausgebildet haben.
In eine breit moralisierende, dabei häufig aber verengt fundamentalistisch-grundsätzlich geführte Diskussion über seine Berechtigung ist das Hagiopic durch Mel Gibsons heftig umstrittenen, ja handgreiflich angefeindeten Film The Passion of the Christ (USA 2004) geraten, doch haben schon in ihrer jeweiligen Zeit so unterschiedliche Vorläufer wie z.B. Il Vangelo secondo Matteo (Frankreich/Ialien 1964, Pier Paolo Pasolini), Jesus Christ Superstar (USA 1973, Norman Jewison) oder Jésus de Montréal (Kanada/Frankreich 1989, Denys Arcand) stets Kontroversen über die Berechtigung der je gewählten Erzählweise und die Suche nach einer dem Thema „angemesseneren“ filmischen Verarbeitung ausgelöst.

Literatur: Grace, Pamela: Blockbuster Jesus: The hagiopic, fundamentalism, and religious violence. Diss. New York University 2004.

Referenzen:

hagiographischer Film


Artikel zuletzt geändert am 13.10.2012


Verfasser: LK


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