Lexikon der Filmbegriffe

paralleles Syntagma

Ein paralleles Syntagma ist in der „großen Syntagmatik“ von Christian Metz idealerweise eine Parallel- oder genauer Assoziationsmontage, bei der zwei oder mehr Motive miteinander in Verbindung gebracht werden, ohne dass ihre Nebeneinanderstellung ein präzises räumliches, zeitliches oder kausales Verhältnis konstituierte. Meist werden derartige Parallelen genutzt, um symbolische Werte auszudrücken – Metz nennt „Szenen aus dem Leben der Reichen und aus dem Leben der Armen, Bilder der Ruhe und Bilder der Unruhe, Bilder von Stadt und Land, Meer und Kornfeld etc.“ als Beispiele. Gelegentlich wird in der Juxtaposition der beiden Bildreihen ein Kausalitätsverhältnis implizit behauptet (wie in Hans Steinhoffs Gestern und heute, 1938, in dem Bilder der industriellen Krise mit Bildern der Hochproduktion alternieren, den wirtschaftlichen Erfolg des Nazi-Regimes dokumentierend).

Literatur: Metz, Christian: Probleme der Denotation im Spielfilm. In: Semiologie des Films. München: Fink 1972, S. 151- 198. Dt. zuerst in: Sprache im technischen Zeitalter 27, 1968, S. 205-230.

Referenzen:

Assoziationsmontage

Parallelmontage


Artikel zuletzt geändert am 13.10.2012


Verfasser: HJW


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