Lexikon der Filmbegriffe

17,5mm-Film - frühe Verfahren

Basierend auf dem mehr oder weniger standardisierten 35mm-Film, der in den Kodak- und Lumière-Kameras verwendet wurde, gab es von Beginn an einige Experimente, durch Halbierung dieses Ausgangsmaterials Kosten für Produktion und Verleih einzusparen. Einen Anfang machte der Engländer Birt Acres, der 1898 mit seinem Projektor Birtac 17,5mm-Kopien vorführte, die nur einseitig perforiert waren. Wenige Monate später stellte Alfred Darling das Biokam-Verfahren vor, bei dem die Perforation zwischen den Kadern eingestanzt war. Das Verfahren hatte einige Schwierigkeiten, einen stabilen Gleichlauf zu erzeugen, und konnte sich darum nicht durchsetzen. Die Kamera La Petite von Hughes folgte 1900. Erfolgreicher war Heinrich Ernemanns Kino I aus dem Jahre 1903, das das gleiche Format wie die Biokam verwendete. Kino I war sowohl als Kamera wie als Projektor verwendbar. Auch der amerikanische Projektor Ikonograph der Firma E.J. Rector benutzte 1905 mittenperforierten 17,5mm-Film. A.F. Victor stellte 1912 das Verfahren Duoscope vor, bei dem das einzelne Bild die Höhe von zwei Perforationslöchern füllte. American Sinemat benutzte 1915 einen halbierten 35mm-Film, der nur einseitig perforiert war. Die 1917 auf den Markt gebrachte Movette-Kamera, die nichtexplosiven 17,5mm-Azetatfilm verwendete, der auf beiden Seiten runde Perforationslöcher hatte, spielte in der weiteren Entwicklung ebenso wenig eine Rolle wie alle anderen bis dahin präsentierten Verfahren.


Referenzen:

17,5mm-Film - Pathé


Artikel zuletzt geändert am 03.01.2012


Verfasser: JH


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