Lexikon der Filmbegriffe

amerikanische Nacht

auch: Nachteffekt; engl.: day for night, American night; auch abgekürzt: D/N

Aufnahme von Szenen, die im Film später als Nachtszenen erscheinen, bei Tageslicht. Um den Nachteffekt zu erreichen, wird die Abdunkelung der vorfilmischen Szene durch Polarisations-Filter und durch Unterbelichtung erreicht. Zugleich wird darauf geachtet, dass das Lichtmuster der Szene auf „Nacht“ hindeutet. Die Sonnenstrahlen sollten senkrecht zur optischen Achse auf das Szenario fallen; ein wolkenloser, tiefblauer Himmel sowie harte Schatten und bläuliche Einfärbung, die den Eindruck von „Mondlicht“ suggerieren, verbessern den Nacheffekt ebenso wie die nur partielle Ausleuchtung der Szenerie. Das Verfahren ist besonders bei Farbaufnahmen sehr genau auszuführen.
International geläufig ist die französische Bezeichnung nuit américaine, die daran erinnert, dass zuerst amerikanische Kameraleute den Nachteffekt realisiert und routiniert angewendet haben. Zum einen bereitete die Belichtung tatsächlicher Nachtszenen Schwierigkeiten, und zum anderen war es wesentlich billiger, tagsüber zu drehen. Ein bekanntes Beispiel für einen Regisseur, der dieses Mittel erst spät für sich entdeckt hat, ist Jean Renoir (Swamp Water, 1941). In François Truffauts Film La Nuit américaine (1972) verweist der Titel darauf, dass der Film eine Illusionskunst ist und dass der Realitätseindruck, den er hervorzurufen vermag, auf einer Täuschung beruht. 
 

Referenzen:

Night-for-Night


Artikel zuletzt geändert am 16.07.2011


Verfasser: HJW


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