Lexikon der Filmbegriffe

Konvergenz der Medien

auch: Medienkonvergenz

In der Mediengenealogie ist immer wieder beobachtet worden, dass neue Medien die Formenwelt älterer Medien kopieren, dass sie semiotische und kommunikative Funktionen angestammter Medien übernehmen, dass sie fast deren „Mimikry“ betreiben. Die Photographie kopierte Formen der Malerei, so, wie das Fernsehen Formate des Radios übernahm. Eine heute aktuell diskutierte Frage ist die, wie Fernsehen und Internet in Zukunft zusammenwachsen werden – als Web-Fernsehen oder als Internet-TV. Ähnliche Wechselbeziehungen und Musterübertragungen finden sich auch im Feld der Mediennutzung (Fernsehen wurde z.B. zu Beginn inszeniert und wahrgenommen in den Ereignis-Dimensionen, die das Kino oder das Theater als Gebrauchsmedium hatten).
Für die Historiographie der Medien erfordert dieses integrative Modelle, die technische und technologische, textuelle und kommunikative, ökonomische und nutzungsperspektivische Aspekte miteinander verbinden, weil diese in einem komplexen Geflecht von Bedingungen die Beziehung von Medien untereinander regeln.

Literatur: Hasebrink, Uwe (Hrsg.): Mediennutzung in konvergierenden Medienumgebungen. München: Fischer 2004. – Latzer, Michael: Mediamatik – Die Konvergenz von Telekommunikation, Computer und Rundfunk. Opladen: Westdeutscher Verlag 1997. – Thiessen, Thomas / Paulus, Jan M.: Internet und TV im Konvergenzprozess. Diss. Berlin: Technische Universität 2003.

Referenzen:

Videospielverfilmung


Artikel zuletzt geändert am 20.12.2012


Verfasser: HHM


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