Lexikon der Filmbegriffe

Vivendi

Die Compagnie Générale des Eaux (CGE) wurde 1853 aufgrund einer königlichen Ordre als öffentliche Gesellschaft eingerichtet, die die Wasserversorgung von Lyon organisieren und kontrollieren sollte. Erst in den frühen 1980er Jahren begann CGE zu diversifizieren und baute ein ganzes Netz von Energie- und Transportunternehmen, Ingenieurbüros, Abfallverwertern und Medienfirmen. 1983 war CGE einer der Gründer des ersten französischen Pay-TV-Senders Canal+. 1996 wurde Cegetel gegründet, die nach der Dertegulierung des Telekommunikationsmarkts schnell einer der größten nationalen Anbieter in Festnetz- und Handy-Telephonie wurde. CanalSatellite wurde (1997) das erste digitale Fernsehnetz Frankreichs. 1998 wechselte die Firma ihren Namen in Vivendi, Teile des Unternehmens wurden 1999 verkauft; die Kooperation mit einer ganzen Reihe von Kommunikationsfirmen (darunter Maroc Telecom, Cendant Software und NetHold, der größten Pay-TV-Technik-Firma Westeuropas) begann. Seit 1998 etablierte der Konzern digitale Fernsehkanäle in Italien, Spanien, Polen, Skandinavien, Belgien und den Niederlanden. 2000 wurden die Wasser- und Abfallbetriebe aus dem Kernkonzern ausgegliedert (Vivendi Environnement). Nach dem Börsengang im September 2000 kündigte die Firma die Fusion mit Canal+ und Seagram an, die die Universal-Studios einbrachte – die Firma benannte sich in Vivendi Universal Entertainment (VUE) um. Eine komplizierte Umstrukturierung des Konzerns begann – 2003 vermeldete er 23,3 Milliarden Euro Verluste. Allerdings konnten dabei die Schulden von 37,1 Milliarden Euro Ende 2001 auf 12,3 Milliarden Euro gesenkt werden. Der Umsatz klettert gegenüber 57,360 Milliarden Euro (2001) auf 58,150 Euro (2002). NBC und die Film-Tochter Universal schlossen sich 2003 zusammen, NBC bezahlte dafür mehr als 5 Milliarden Euro. Am neuen Entertainment-Unternehmen NBC Universal hielt die NBC-Muttergesellschaft General Electric (GE) 81,5% der Anteile, Vivendi nur 18,5%. Heute ist die verbleibende Vivendi-Universal in die Abteilungen Canal+-Group, Universal Music Group, Vivendi Universal Games, SFR Cegetel Group und Maroc Telecom gegliedert. Außerdem hält Vivendi 18,5% an NBC Universal (Filmproduktion, TV-Kanäle, Themenparks).

Literatur: Johnson, Jo / Orange, Martine: The man who tried to buy the world. Jean-Marie Messier and Vivendi Universal. London: Portfolio 2003. – Weitere Information: http://www.vivendi.com/vivendi/-accueil-en-


Artikel zuletzt geändert am 18.01.2012


Verfasser: HHM


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