Lexikon der Filmbegriffe

Vortragsfilm

Der Vortragsfilm ist in einer Vorform schon aus der Stummfilmzeit bekannt; so wurde James Hurleys Dokumentation über die Shackleton-Antarktis-Expedition (1914-16) mit dem Titel South (1919) als Kinofilm vorgestellt, lag aber gleichzeitig als „Vortragsfilm“ vor, der durch einen Life-Vortrag ergänzt wurde. Derartige Kombinationen von Vortrag und Film wurden zu Bildungs-, aber auch zu Werbe- und Propagandazwecken hergestellt und verwendet.
Ein Vortragsfilm ist heute – wie der Name sagt – die filmische Dokumentation eines Vortrags. Gelegentlich haben derartige Vortragsfilme auch im Kino oder im Fernsehen ihren Ort gefunden. Ein Beispiel ist John Junkermans Film Power and Terror. Noam Chomsky in Our Times (Japan 2002/03), der auf einer Reihe von Vorträgen über den Umgang mit internationalem Terror nach dem 11.9.2001 basiert, die Chomsky in Kalifornien und New York im Frühjahr 2002 führte; sie wurden kombiniert mit einem Interview in seinem Büro in Cambridge.
Zu einer eigenen Form wird der Vortragsfilm mit dem Internet, in dem neben Bild und Ton des Vortragenden auch Filmausschnitte, Dias oder Folien verfügbar werden, die während des Vortrags eingesetzt oder die erst nachträglich zur Illustrierung und anschaulichen Anreicherung des reinen Vortrags eingefügt wurden. Häufig können diese ergänzenden Materialien ausgedruckt werden. 


Artikel zuletzt geändert am 12.10.2012


Verfasser: HJW


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