Lexikon der Filmbegriffe

dénouement

Das französische dénouement bedeutet soviel wie „Ausgang, Ende, Auflösung“. Es ist aus dénouer abgeleitet (= aufknoten, aufbinden, geschmeidig machen) und verweist auf lat. nodare (= knoten). Dénouement wird heute als letzte Auflösung der Intrigen der Geschichte bzw. als die eine Geschichte abschließende Handlung verstanden, in der die noch losen Enden der Geschichte verbunden und einer kohärenten Lösung zugeführt werden; außerdem zeigt es den Helden nach der Geschichte, auf die Bedeutung verweisend, die sie für ihn gehabt hat. In diesem Sinne ist das Konzept in der Theaterdramaturgie des 18. Jahrhunderts gebräuchlich geworden.
Die Auflösung einer Geschichte gehört zu ihren formalen Bestimmungsstücken und findet sich in allen Medien. In der Regel erfolgt die Auflösung am Ende. Gelegentlich scheint sie künstlich angefügt zu sein - als eine Lösung, die sich nicht organisch aus der Geschichte ergibt (sei es, dass ein deus ex machina in die Handlung eingreift, sei es, dass die Geschichte als Traum oder ähnlich gerahmt wird). Das dénouement von Camerons Titanic (1997) erfolgt nach dem Versinken des Schiffes und dem Tod Jacks, als die greise Rose im Nachthemd an der Reling steht, den Edelstein „Herz des Ozeans“ in der Hand; danach sieht man die schlafende alte Frau, und die Kamera mustert eine ganze Reihe von Bildern, auf denen zu sehen ist, dass sie tut, worüber sie mit Jack als Lebensentwurf gesprochen hatte; in einem dritten Schritt sieht man sie wieder mit Jack zusammen auf dem Schiff (und man kann dieses Ende als Schritt zurück in der Zeit oder als Symbolisierung von Roses Tod auffassen – eine Zweideutigkeit, die in der Szene angelegt ist). 
 

Referenzen:

deus ex machina

Klimax

Payoff

silver bullet

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Artikel zuletzt geändert am 12.10.2012


Verfasser: HJW


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