Lexikon der Filmbegriffe

Sitcom: Untergruppen

Die Fernseh-Situationskomödie wird oft in drei Subtypen differenziert, die jeweils eigene thematische und komische Akzente haben.


(1) Die handlungsorientierte Sitcom (action comedy, meist: actcom) behandelt Familienthemen (I Love Lucy, USA 1951-58; The Dick van Dyke Show, USA 1961-66; The Golden Girls, USA 1985-92), fußt auf Zaubertricks (wie I Dream of Jeannie, USA 1965-70) oder phantastischen Elementen (wie Bewitched, USA 1964-72; Alf, USA 1986-90), ist an gewisse Orte gebunden (wie Gilligan‘s Island, USA 1964-67). Der dramatische Akzent liegt auf der verbalen und physischen Aktion.
(2) Die Familienkomödie (domestic comedy, meist: domcom) ist in der Produktion deutlich aufwendiger als die actcom, hat sie doch eine deutlich größere Vielfalt an Handlungsszenen, mehr Spielorte und bessere Ausstattung. Sie ist deutlich ernsthafter im Umgang mit ihren Sujets; ihr verborgenes Leitthema ist die Entwicklung der Charaktere. Die meisten domcoms spielen in familiären Konstellationen, dramatischer Anlass vieler Episoden sind biographisch einflussreiche Geschehnisse. Beispiele sind My Three Sons (USA 1960-72), Roseanne (USA 1988-97) und The Cosby Show (USA 1984-92).
(3) Die Dramödie (dramatic comedy, meist: dramedy) ist der seltenste und ernsthafteste Typus der Sitcom; die Themen der Dramödie sind Krieg, Tod, Arbeitslosigkeit, Sexismus, Rassismus und dergleichen mehr. Die witzige Darstellung dient oft der Satirisierung und Intensivierung der Themen und erfüllt sich selten in sich selbst. Beispiele sind All in the Family (USA 1971-79) und M*A*S*H (USA 1972-83).

Je nach Sujet, Thema oder Handlungsort finden sich eine ganze Reihe von Augenblicksbildungen: Kidcoms befassen sich mit den Kindern der Familien; SciFiComs enthalten magische und phantastische Elemente; Couplecoms behandeln die Beziehungen eines oder mehrerer Paare; Corncoms sind in ländlichen Lebensgemeinschaften angesiedelt und thematisieren Probleme des Land- und Dorflebens; Ethniccoms sind entsprechend in besonderen Ethnien angesiedelt; Careercom behandeln das Berufsleben, Aufstiege von Figuren, Leben in Büros u.ä.; die Singlecom spielt im Singles-Milieu, die Singleparentscom die Lebenswelt Alleinerziehender.

Literatur: Mitz, Rick: The Great TV Sitcom Book. Exp. ed. New York: Perigee Books 1988.
 

Referenzen:

Dramödie

hitcom

Sitcom


Artikel zuletzt geändert am 13.10.2012


Verfasser: CA


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