Lexikon der Filmbegriffe

Pilcherisierung

nach der englischen Schriftstellerin Rosamunde Pilcher (*22.9.1924); auch: Verpilcherung

Die Bestseller-Autorin Rosamunde Pilcher aus Cornwall in Großbritannien schreibt Genre- und Gesellschaftsschilderungen, Sittenbilder, Liebesgeschichten, Familiendramen, die fast immer in Cornwall spielen. Sie gilt als „Queen of Kitsch“, ihre Geschichten gehören der Trivialliteratur an. Ein internationaler Durchbruch gelang der Autorin 1987 mit The Shell Seekers (dt.: Die Muschelsucher; unter dem gleichen Titel verfilmt: Großbritannien 1989, Waris Hussein; Remake 2006). Seitdem das ZDF seit 1994 die Geschichten der Pilcher als Serie verfilmt – bislang liegen über 60 Lang-Filme vor, die sich international sehr gut verkaufen –, ist die Autorin weltweit bekannt geworden.
Da das ZDF die Filme höchst erfolgreich in der Hauptsendezeit programmiert hat, ist von vielen Kritikern die Verflachung und Verkitschung des Programms beklagt und als „Pilcherisierung“ diffamiert worden. In eine ähnliche Richtung zielt auch die „Degetoisierung“ des Fernsehens: nach der Produktionsfirma, die für die ARD Filme im Kitsch-Stil der Pilcher-Filme realisierte.

Literatur: Beling, Claus / Ulmke, Heidi: Bezauberndes Cornwall. Eine Reise zu den Schauplätzen der Rosamunde-Pilcher-Filme. Köln: vgs Egmont 2005.

Referenzen:

Kitsch / Kitschfilm I: Phänomenologie

Kitsch / Kitschfilm II: Ästhetik

Schmonzette

Trivialfilm


Artikel zuletzt geändert am 13.10.2012


Verfasser: AS


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