Lexikon der Filmbegriffe

Motion Capturing

auch: Motion Capture, MoCap

Ursprünglich für die Biomechanik-Forschung entwickelt, ist das Motion Capturing heute eine der wichtigsten Effekttechnologien für die Erschaffung digitaler Charaktere in Filmen und Videospielen. Beim Motion Capturing (wörtlich: Einfangen von Bewegung) bewegt sich ein menschlicher Schauspieler auf einer speziellen Bühne und wird dort von mehreren digitalen Sensoren erfasst. An allen Gelenkpunkten seiner Körper (Schultern, Ellenbogen, Knie) sitzen reflektierende Markerpunkte, die von den Sensoren wahrgenommen und deren Bewegungen aufgezeichnet werden. Im Computer lässt sich daraus ein dreidimensionales Animationsmodell berechnen, auf das wiederum ein digital erstellter Körper aufmodelliert werden kann. Die Folge sind realistische menschliche Bewegungen im Zusammenspiel der einzelnen Körperglieder, die so mit klassischer Animation nicht erreicht werden können. Die Weiterentwicklung des Motion Capturing, das sog. Performance Capturing, registriert neben Körperbewegungen auch kleinste Regungen im Gesicht und erlaubt so die vollständige Erfassung der Performance eines Schauspielers. Motion Capturing wird gegenwärtig seit den 1980ern immer häufiger in Hollywood-Blockbuster-Produktionen wie z.B. Superman Returns (USA 2006, Bryan Singer) eingesetzt, um den computeranimierten Figuren größtmögliche Ähnlichkeit mit lebenden Schauspielern zu verleihen.

Referenzen:

Motion Capture


Artikel zuletzt geändert am 12.10.2012


Verfasser: GF


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