Lexikon der Filmbegriffe

Korn / Körnung / Körnigkeit

engl.: grain, frz.: le grain, niederl.: korrel; engl.: graininess, frz.: la granulation, niederl.: korreligheid

Die Emulsion des Filmmaterials enthält viele mit Gelatine gebundene lichtempfindliche Silberkörner. Sie ermöglichen das Festhalten eines Augenblicks im Foto oder einer Bewegungsphase im Filmbild. Die Silberhalogenide liegen gewöhnlich in mehreren Schichten (bis zu 20 Lagen) übereinander und sind je nach Sensibilität des Materials unterschiedlich groß (korrespondieren also der Lichtempfindlichkeit). Bei der Entwicklung des belichteten Films werden die Silbersalze zu metallischem Silber reduziert. Die Silberkristalle überlappen sich und ballen sich zusammen, d.h. die einzeln nicht wahrnehmbaren Körner verschmelzen zu Anhäufungen. Je lichtempfindlicher die Emulsion ist, desto größer sind die Silberkörner und desto gröber wird das Netzwerk, das sie durch ihre Verklumpung bilden. Vergrößert nun die Projektion das Bild, fällt Licht durch die Räume zwischen den Kristallklumpen. Der Zuschauer nimmt an den hellen Bildstellen ein heterogenes Netzraster wahr, d.h. die zusammengeballten Silberkörner bilden optisch eine unregelmäßige Textur, die ‚Körnigkeit‘ genannt wird. Der Betrachter empfindet das Bild als unscharf, zerrissen und unruhig. Jedes Umkopieren eines Films verstärkt die Körnigkeit.


Artikel zuletzt geändert am 31.07.2011


Verfasser: SL


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