Lexikon der Filmbegriffe

Glasfaserkabel

auch: Lichtwellenleiter

Im Kern eines Glasfaserkabels befindet sich eine Lichtleitfaser. In dieser wird Licht, das an der Stirnfläche eintritt, durch mehrfache totale Reflexion innerhalb der Faser weitergeleitet, bis es schließlich am anderen Ende wieder austritt. Grundlegend für die Entwicklung des Kabeltyps war die physikalische Tatsache, dass die Bandbreite des sicht- und unsichtbaren Lichts etwa 100mal größer ist als die aller Radiowellen. Im Forschungsinstitut Ulm der Telefunken-AG sicherte der Physiker Manfred Börner 1966 dem Unternehmen weltweit das erste Patent für ein Glasfaser-Übertragungssystem, als ihm die Modulation von Lichtwellen gelang, so dass man die zu übertragende Information auch tatsächlich en- und dekodieren konnte. 1970 wird der erste brauchbare Lichtwellenleiter in Amerika hergestellt. Vor allem militärische Interessenten forcierten die weitere Entwicklung der Glasfaser, die neben hoher Übertragungsbandbreite (sprich: Übertragungsleistung) sich durch Abhörsicherheit auszeichnete, geringes Gewicht hatte (1g Glasfaser hat die Übertragungsleistung von 10kg Kupfer) und kurzschlusssicher war. Bell stellte 1976 ein Kabel aus 144 Fasern und einem Durchmesser von 1,27cm vor, das 50.000 Telefongespräche übertragen konnte. Erste kommerzielle Nutzungen gab es seit den späten 1970er Jahren vor allem bei der Übertragung von Telefongesprächen. Mit der immer geringeren Dämpfung der Kabel brauchte nur noch alle 30km ein Signalverstärker eingesetzt zu werden. Seit 1988 verbindet das erste, 3.600km lange Glasfaser-Seekabel Europa und Amerika; es kann gleichzeitig 38.000 Sprechkanäle realisieren. Neuere Kabelnetze werden seit den 1980er Jahren mit Glasfaserkabeln gebaut, die sich auch bei der Übertragung digitaler Fernsehsignale bewähren.


Artikel zuletzt geändert am 01.08.2011


Verfasser: JH


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