Lexikon der Filmbegriffe

5D-Kino

Neue Form des „Erlebniskinos“, das durch übersteigerte Illusionierung der dargestellten Realität, Figuren und Ereignisse neue Attraktivität des Publikums gewinnen soll. Gezeigt werden 3D-Filme, wie man sie aus IMAX-Produktionen kennt. So genannte Sensory Seats machen den 5D-Effekt möglich – schwarze Ledersitze, die sich synchron zum Filmgeschehen nach rechts oder links bewegen, nach hinten kippen, hoch oder runter sacken. In den Armlehnen der schwarzen Sessel verbergen sich zudem Duftdüsen, die Geruchsimpulse oder Wassertropfen absondern können. Seit Sommer 2005 gibt es in Wien und in Linz zwei 5D-Kinos à 36 Sitzplätzen. Mobile Probeveranstaltungen der österreichischen Messe- und Marketings-Agentur Primecine und Deutschlands größten Kinobetreibers Cinestar fanden im Januar 2006 statt.
Das 5D-Kino gehört in die lange Reihe der Versuche, über Ohr und Auge hinaus im Kino die menschlichen Sinne in die Illusionierung der Erzählung zu integrieren. Allerdings wird dieses Kino eine Marginalie der Unterhaltungsindustrie bleiben, ähnlich wie Imax Rides, simulation rides und sogar die meisten 3D-Kinos auf Erlebnisparks oder Einzelveranstaltungen beschränkt bleiben: (1) viel zu wenige Filme werden für diese Verwertungen hergestellt; (2) das Erlebnis nutzt sich schnell ab, verliert seinen „Wert“; (3) gemessen am Tempo der Erzählung sind haptische und olfaktorische Reize viel zu langsam, um die Illusionierung wirksam zu unterstützen; (4) die Verwertungskette normaler Filme sieht heute Distributionsformate zu, die nicht einmal die 3D-Präsentation leisten können.

Referenzen:

4D-Filme

Duftfilm


Artikel zuletzt geändert am 03.01.2012


Verfasser: CA


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