Lexikon der Filmbegriffe

Filmformate: frühe Nichtstandardformate

Schon in Edisons Kintetoskop wurde 35mm-Material verwendet, was einen Standard für die ganze Filmgeschichte setzte. Gleichwohl gab es vor allem in der Frühzeit eine große Fülle von Alternativ-Filmformaten:

– 54mm (= 2 1/8"), Friese-Greene, 1887;
– 54mm (= 2 1/8"), Le Prince, 1888 (als Papierfilm!);
– 54mm, Skladanowsky (Skladanowski Film), 1895;
– 60mm, Prestwich Demeney (Demeny Phonoscope, 1893; Gaumont-Demeny Chronophotographe, 1896), 1893-96;
– 38mm, Casimir Sivan und E. Dalphin (Genf), 1896;
– 38mm, Lee & Turner colour film, 1902;
– 63mm, Veriscope, 1897;
– 65mm, Hughes Moto-Photoscope, 1897;
– 70mm, Birt Acres, 1894 (unperforiertes Material!).

Eine ähnliche Vielfalt von Formaten wurde im Bereich des kleinformatigen, meist für Amateurfilmzwecke gedachten Films erprobt; die meisten Filme wurden nach nur kurzer Marktpräsenz nicht weiter produziert:

– 13mm, J.A. Prestwich, 1899;
– 15mm, Gaumont-Demeny (mit Mittenperforation), 1900 (der Film war für die wohl erste Amateurfilmkamera der Filmgeschichte, die Chrono de Poche);
– 20mm, Reulos & Godeau (für die Kamera Le Mirographe), 1900 (der Film war einseitig eingekerbt, nicht perforiert);
– 11,5mm, W. Wardell (für die Kamera Vitak), 1902 (der zugehörige Projektor hatte eine Karbidlampe; möglicherweise entstand der Film durch Drittelung des 35mm-Standardmaterials);
– 22mm, Thomas A. Edison (für den Projektor Home Kinetoscope), 1912 (nur zur Wiedergabe von Film);
– 11mm, G.J. Bradley (Duplex war der Name des Verfahrens), 1915-16 (2 runde Perforationslöcher pro Bild).

Nach dem Weltkrieg haben sich schnell 16mm, 17,5mm und 35mm als Standardgrößen herausgebildet. Alle anderen Formate spielten im Weiteren keine wichtige Rolle. 
 

Referenzen:

Home Kinetoscope


Artikel zuletzt geändert am 02.08.2011


Verfasser: JH


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