Lexikon der Filmbegriffe

Mostra Internazionale d`Arte Cinematografica

Die Internationalen Filmfestspiele in Venedig (Mostra Internazionale d'Arte Cinematografica) sind das älteste der drei großen A-Filmfestivals. 1932 fanden sie zum ersten Mal im Rahmen der Biennale statt (als Esposizione Internazionale d'Arte Cinematografica) – so erfolgreich, dass sie 1934 ein zweites Mal ausgerichtet wurden. Danach wurde die Mostra Internazionale eigenständig. Das Ziel jener Jahre war, den Film zu einer Kunstform zu erheben, die den anderen Künsten ebenbürtig war. 1937 bezog die Mostra ein eigenes Gebäude (Palazzio del Cinema). Schon früh wurde dem Festival vorgeworfen, es diene der italienischen und deutschen Propaganda, sei dominiert von den faschistischen Filmindustrien; Cannes wurde als Gegenfestival konzipiert. Während des Krieges konnte das Festival nicht stattfinden. 1946 trat die Mostra neu an die Öffentlichkeit, wiederum die künstlerischen Ambitionen von Filmen vor deren kommerzielle Qualitäten rückend. Retrospektiven, Kurzfilm- und Dokumentarfilmreihen ergänzten des Wettbewerbsprogramm. Als Luigi Chiarini, langjähriger Festivalleiter, abtrat, geriet das Festival in die Krisen der 1960er Jahre: Zu Anfang des Jahrzehnts noch ein Ort der neuen Filme aus unterschiedlichen Ländern (darunter Filme von Pasolini und Bertolucci; Preise gingen an Tarkowskijs Iwans Kindheit, 1962, und an Resnais‘ L‘Année dernière à Marienbad, 1961), wurden unter der Leitung von Ernesto G. Laura die Preise 1969 abgeschafft (bis 1980); 1973 setzten die Festspiele ganz aus und wurden durch eine Woche italienischen Films („Giornate del Cinema italiano“) ersetzt, die aber nicht im Festivalpalast, sondern an anderen Orten der Stadt stattfand. 1975 nannte sich die Mostra „Venice Biennial Cinema“, zog wieder in den Palazzo ein. Erst als Carlo Lizzani die Festivalleitung übernahm, kam es 1979 zur Re-Konsolidierung des Renommees der Veranstaltung, das seitdem seinen Rang als eines der wichtigsten A-Festivals erfolgreich verteidigte. Als Preis wird der „Goldene Löwe“ verliehen. Zu den Gewinnern gehörten Filme wie Man of Aran (1934, Robert Flaherty), Aparajito (1957, Satyatit Ray), La battaglia di Algeri (1966, Gillo Pontecorvo) oder Before the Rain (1994, Milcho Manchevski).

Jahre der Durchführung: 1932, 1934-1942, 1946-1968, 1971-1972, 1974-1976, 1979 bis heute. Nicht in allen Jahren gab es einen Wettbewerb.

Informationen: http://www.labiennale.org/en/cinema/.
 

Referenzen:

Goldener Löwe


Artikel zuletzt geändert am 30.08.2012


Verfasser: JH


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