Lexikon der Filmbegriffe

Denham Studios

Nach dem großen Erfolg von The Private Life of Henry VIII (1933) und The Scarlet Pimpernel (1935) entschloß sich Alexander Korda, ein ungarischer Emigrant, sein eigenes Kapital mit Unterstützung der Prudential Assurance Company in den Bau eines eigenen Studios zu stecken. Im Sommer 1935 begannen die Bauarbeiten auf einem 165 Morgen großen Areal in der Nähe des Dorfes Denham in Buckinghamshire; im Mai 1936 nahm das damals größte Studio in Engalnd seine Arbeit auf. Sogar ein Technicolor-Labor hatte man eingerichtet (tatsächlich entstand der erste englische Farbfilm in Denham). Kordas Things to Come (1936) wurde der erste Film, der im Gelände der Denham Studios entstand, die selbst noch gar nicht arbeitsbereit waren. Jacques Feyders Knight Without Armour (1937) zeigte jenen Prunk und jene glanzvolle Ausstattung, mit der Korda den Hollywood-Studios Konkurrenz machen wollte. Allerdings war die Anzahl der in England produzierten Filme zu groß, zumal auch die Pinewood Studios 1936 fertig geworden waren. Schon im April 1937 verlor Korda die Kontrolle über Denham, die Prudential-Versicherung verkaufte ihre Anteile an die Rank Organization, die Denham und Pinewood 1939 zusammenschlossen. Weiterhin entstanden Filme in den Studios – die Anfänge von Thief of Bagdad (1940), Laurence Oliviers Henry V (1944), The Life and Death of Colonel Blimp (1943, Michael Powell, Emeric Pressburger), Teile von David Leans Brief Encounter (1945) etwa oder Carol Reeds Odd Man Out (1947). Nach dem Krieg engagierten amerikanische Produktionen wie Disney und 20th Century Fox die Studios für eigene Produktionen. Erst 1953 wurden die Studios geschlossen, die Produktionen in Pinewood konzentriert. Die Studios wurden nach langen Jahren anderer Nutzungen in den späten 1970ern abgerissen. 


Artikel zuletzt geändert am 03.08.2011


Verfasser: JH


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