Lexikon der Filmbegriffe

Intermezzo

auch: Zwischenspiel; selten auch: Intermedium; engl. oft auch: intermission, interlude, gelegentlich auch: dumb show

Wird ein Film mit Pause gezeigt, wird die Pause selbst gelegentlich mit Musik gefüllt, die in der Regel aus dem Soundtrack des Films stammt; ein eigentliches Intermezzo ist aber eine „Zwischenmusik“: Das Intermezzo ist ein instrumentales, vokales oder pantomimisches Zwischenspiel in einer Oper des 17. Jahrhunderts gewesen, hatte seitdem in der Geschichte des Musiktheaters eine ganze Reihe von Erscheinungsformen bis zum orchestralen Interludium (Zwischenspiel) ausgebildet. Im Kino findet es sich nur in einigen Monumental- und Langformaten. Allerdings beschränkt sich das Intermezzo auf die Eröffnungsmusik des zweiten Teils nach der Pause. Die Pause wird als Unterbrechung dramaturgisch eingeplant; in Ben Hur (1959, William Wyler) etwa setzt das Spiel nach einer vierminütigen Zwischenmusik unmittelbar vor dem berühmten Wagenrennen wieder ein; in It's a Mad Mad Mad Mad World (1963, Stanley Kramer) werden die Verwicklungen der Intrigen und Gegenintrigen immer mehr beschleunigt und scheinen auf einen befreienden Höhepunkt zuzustreben, als die Pause die Spannungskurve beendet; der zweite Teil beginnt mit größter, allerdings erkennbar trügerischer Ruhe.

Literatur: Morris, Christopher: Reading opera between the lines. Orchestral interludes and cultural meaning from Wagner to Berg. Cambridge [...]: Cambridge University Press 2002.

Referenzen:

Extravaganza

Intermedium

Pause


Artikel zuletzt geändert am 13.10.2012


Verfasser: CA


Zurück