Lexikon der Filmbegriffe

Kinoorgel

engl.: theatre organ

Mit der Erfindung einer elektrisch geregelten Orgel im Jahre 1900 durch den englischen Ingenieur Robert Hope-Jones, mit der es möglich ist, Register als eine Art „Auszüge“ aus Orgelpfeifenreihen zu definieren, so dass sehr viel mehr Register mit weniger Pfeifen dargestellt werden können, sind die Voraussetzungen erschaffen, die Orgel auch im Kino einzusetzen. Die amerikanische Firma Rudolph Wurlitzer Company, die die Patente von Hope-Jones 1910 gekauft hatte, bot ab 1912 Orgeln für die Verwendung in Kinos an. Bis zum Ende der Stummfilmzeit verkaufte die Firma 2.238 Geräte (wobei der Gesamtbestand an Kinoorgeln auf 7.000 geschätzt wird). Es waren zwei Typen im Einsatz: die große Kinoorgel sowie eine kleinere (und billigere) Ausgabe als Kombination von kleiner Orgel und Klavier, auf der der Spieler das Instrument während der Vorstellung wechseln konnte. 

Literatur: Dettke, Karl Heinz: Kinoorgeln und Kinomusik in Deutschland. Stuttgart: Metzler 1995. – Dettke, Karl Heinz: Kinoorgeln. Installationen der Gegenwart in Deutschland. / Theatre organs, cinema organs. Frankfurt: Bochinsky 1998. – Göttert, Karl-Heinz: Der Ton vor dem Tonfilm. Zur Geschichte der Kinoorgel. In: Sound. Zur Technologie und Ästhetik des Akustischen in den Medien. Hrsg. v. Harro Segeberg u. Frank Schätzlein. Marburg: Schüren 2005, S. 60-73.


Artikel zuletzt geändert am 31.07.2011


Verfasser: JH


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