Lexikon der Filmbegriffe

Papierkopie

engl.: paper prints

In der Frühzeit des Films (vor 1912) erfasste das US-amerikanische Copyright zwar Filme, doch wurden keine Filmkopien entgegengenommen. Firmen, die Rechte für ihre Produktionen anmelden wollten, schickten ihre Filme als Papierkopien an das U.S. Copyright Office in Washington. Dabei wurden Filme auf lichtempfindliches Papier belichtet, das die gleichen Maße wie Filmmaterial hatte. Sie wurden wie Fotos entwickelt. Einige Firmen wie Edison oder Biograph sicherten auf diese Weise ihre Filme in Gesamtlänge. Andere Firmen reproduzierten so nur illustrative Sequenzen. Die weltweit einzige Sammlung an Papierkopien (ca. 3.000 Filme) liegt heute in der Library of Congress (Motion Picture, Broadcasting, and Recorded Sound Division), die die Bestände des Copyright Office übernahm. Viele der Filme, die hier als paper prints vorliegen, gelten als verloren; dementsprechend groß ist die Bedeutung der Sammlung für die Erforschung des frühen Films (1894-1912), die bei der Restaurierung Stück für Stück auf 16mm- resp. 35mm-Material umkopiert werden. Der älteste Film der Sammlung ist Edison Kinetoscopic Record of a Sneeze, stammt von W.K. Laurie Dickson und wurde am 7.1.1894 in Washington abgeliefert.

Literatur: Niver, Kemp R. / Bergsten, Bebe: Early Motion Pictures: The Paper Print Collection in the Library of Congress. Washington, D.C.: The Library of Congress 1985. – Grimm, Buckey: A Short History of the Paper Print Restoration at The Library of Congress. ULR: http://members.tripod.com/~cinefan/ppart1.htm.

Materialien: ULR: http://members.tripod.com/~cinefan/home.html.



Artikel zuletzt geändert am 08.02.2012


Verfasser: HHM


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