Lexikon der Filmbegriffe

Reichsfilmkammer (RFK)

Die Reichsfilmkammer war die nationalsozialistische Nachfolgeorganisation der Spitzenorganisation der deutschen Film-Industrie (SPIO), allerdings mit viel weitreichenderen Organisations- und Kontrollaufgaben. Sie wurde am 6.6.1933 eingerichtet (Gesetz über die Errichtung einer vorläufigen Filmkammer), am 22.9.1933 in die neu gegründete Reichskulturkammer eingegliedert (Reichskulturkammergesetz). Ihr Sitz war Berlin. Als Präsidenten fungierten der Jurist Fritz Scheuermann (1933-1935), der Ökonom Oswald Lehnich (1935-1939) und der Regisseur Carl Froelich (1939-1945). Die Kammer war in insgesamt 10 Abteilungen gegliedert, die sich sowohl um die „künstlerische Betreuung des Filmschaffens“ wie um filmwirtschaftliche Fragen der Produktion und des Vertriebs sowie um die ideologische Kontrolle des gesamten Filmwesens kümmerten. Sie erfasste alle im Filmgewerbe Tätigen, sprach u.U. Berufsverbote aus, kontrollierte die Verträge mit den Filmschaffenden, übte die Aufsicht über die Filmkreditbank aus und regulierte den Filmexport und -import.

Literatur: Das Recht der Reichsfilmkammer. Sammlung der für den Kulturstand geltenden Gesetze und Verordnungen, der amtlichen Anordnungen und Bekanntmachungen der Reichskulturkammer und ihrer Einzelkammern. Unter Mitwirkung der Kammern hrsg. von Karl-Friedrich Schrieber. 5 Bde. Berlin: Junker & Dünnhaupt 1935-37. – Rohwer-Kahlmann, Harry: Aufbau und Hoheitsbefugnisse der Reichsfilmkammer. Leipzig: Noske 1936.


Artikel zuletzt geändert am 24.07.2011


Verfasser: HHM


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