Lexikon der Filmbegriffe

Americana

Eine ganze Reihe von Filmen thematisiert so typische Elemente des amerikanischen Alltagslebens, spricht elementare Ideale und Werte amerikanischen Selbstbewusstseins an, dass man sie manchmal als „Americana“ bezeichnet – Filme, die nach amerikanischem Selbstverständnis (genauer: dem Selbstverständnis eines kleinbürgerlichen, christlichen, konservativen Teilpublikums) das „gute Amerika“ und seine inneren Werte wiederspiegeln. Die Filme einer so verstandenen „Americana“ markieren Sehnsuchtsorte, zirkeln auf eine meist naive Art nationale Identität ab, scheren sich nicht um eine Kritik der amerikanischen Tiefenideologie, sie sind von Grund auf affirmativ. Neben einigen historischen Epen (über die frühe Besiedlung des Westens etwa wie The Kentuckian, 1955, Burt Lancaster) finden sich romantische Komödien (State Fair, 1945, Walter Lang), Musicals (The Music Man, 1962, Morton DaCosta; Oklahoma!, 1955, Fred Zinnemann) und Biopics (Melvin and Howard, 1980, Jonathan Demme, über Howard Hughes). Oft wird der „kleine Held“ mit seiner Kraft, seiner Leidensfähigkeit und der Sicherheit, mit der er zu seinen Tugenden steht, als Held gefeiert (wie die von Sally Field gespielte Heldin in Places in the Heart, 1984, Robert Benton). Zwar gab es in den 1970ern eine ganze Reihe von Filmen wie Badlands (1973, Terrence Malick), die sich der Repressivität, der Brüchigkeit und der latenten Gewaltbereitschaft jenes als ursprünglich geltenden Amerikas angenommen hatten, doch feierte der Motivkreis mit Filmen wie A River Runs Through It (1992, Robert Redford) immer wieder neue Zuwendungen. 


Artikel zuletzt geändert am 16.07.2011


Verfasser: AS


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