Lexikon der Filmbegriffe

breaking the fourth wall

dt. etwa: die vierte Wand einreißen

Als „vierte Wand“ wird oft die imaginäre Grenze zwischen Bühne und Zuschauerraum bezeichnet. Es gibt wenige Gelegenheiten, die vierte Wand einzureißen – Direktadressierungen, Mitteilungen des Schauspielers (nicht der Rollenfigur) an das Publikum etc. Theaterprogrammatisch war das Einreißen der vierten Wand lange Jahre von höchstem Interesse, sollten doch die ästhetischen und politischen Impulse des Theaters nicht in der Imaginarisierung des Theaters steckenbleiben, sondern in die Realität der Zuschauer eindringen. Projekte wie die Publikumsbeschimpfung Peter Handkes (1966) sollten das Publikum eingreifen machen, die epistemologische Kasernierung des Theaters zum Zusammenbruch bringen. Allerdings zeigte sich bald (wie auch in einigen Happening-Szenarien), dass die ontologische Differenz, die der Zuschauer dem Bühnen- oder Leinwandgeschehen entgegenbringt, außerordentlich robust ist und nur im Ausnahme- und Notfall durchbrochen wird.

Referenzen:

Adressierung


Artikel zuletzt geändert am 28.07.2011


Verfasser: AS


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