Lexikon der Filmbegriffe

découpage

frz. = Zerlegen, Zerschneiden, Schnitt, Ausschneiden; auch: Roh-Drehbuch

Das im Deutschen dem „Schnitt“ äquivalente „Montage“ bezeichnet im Französischen seit den Schriften André Bazins ein Verfahren, das die Differenz zweier aneinandergeschnittener Bilder als Potential für Bedeutungen ansieht, die in der Sequenz entfaltet werden; das prägnanteste Beispiel ist Sergej M. Eisensteins „Kollisionsmontage“. Dagegen versucht man in der découpage classique (etwa: Hollywood-Montage, Montage im Hollywood-Stil), den kontinuierlichen Fluss der Handlung oder der Argumentation herauszuarbeiten – so dass die tatsächlichen Schnittstellen im Wahrnehmungserlebnis der Kontinuität unter die Wahrnehmungsschwelle rutschen. Dagegen ist die Schnittstelle in der Montage-Form wahrnehmungsauffällig. 

Literatur: Bazin, André: L‘évolution du langage cinématographique. In seinem: Qu‘est-ce que le cinéma? 1. Ontologie et langage. Paris: Ed. Cerf 1958, S. 131-148. Zahlr. Übers. u. Neudr.


Artikel zuletzt geändert am 12.10.2012


Verfasser: HJW


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