Lexikon der Filmbegriffe

Intertextualität: Film-Beziehungen

Ein eng gefasster Begriff von „Intertextualität“ (gefasst als Bezug zwischen Texten) beschränkt sich auf nachweisbare Bezüge zwischen Texten. So sind hier bewusste oder unbewusste Bezugnahmen verschiedener Werke aufeinander gemeint, seien diese aus demselben medialen Bereich oder intermedial. Im Film hat diese Art von Intertextualität seit den 1980er Jahren sprunghaft zugenommen, da mit Fernsehen, Video und Programmkinos die gesamte Filmgeschichte verfügbar – und damit zitierbar – geworden ist. Intertextualität ist bei jeder Parodie und Travestie, jeder Literatur-, Lyrik- und Tagebuchverfilmung, jedem Remake, Trailer und Prequel gegeben. Weniger systematische Verfahrensweisen setzen auf Zitate früherer Rollen der Schauspieler und Schauspielerinnen, wörtliche Übernahmen von Dialogpassagen, Musik-Zitate, formale Anklänge an Kamerabewegungen, Verwendungen erkennbarer Handlungs- Versatzstücke etc.

Beispiele: Singin' in the Rain (USA 1952, Gene Kelly, Stanley Donen); À Bout de Souffle (Frankreich 1960, Jean-Luc Godard); 8 Femmes (Frankreich 2002, François Ozon).

Literatur: Aumont, Jacques (sous la direction de): Pour un cinéma comparé. Influences et répétitions. [Paris]: Cinémathèque française, Musée du cinéma 1996. – Jampol‘skij, Michail B.: The memory of Tiresias. Intertextuality and film. Berkeley, Calif. [...]: University of California Press 1998. – Menarini, Roy: La strana copia. Studi sull'intertestualità e la parodia nel cinema. Pasian di Prato (Udine): Campanotto 2004.

Referenzen:

Intertextualität


Artikel zuletzt geändert am 15.07.2011


Verfasser: PB


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