Lexikon der Filmbegriffe

Out-take

manchmal nur: out; gelegentlich auch: blooper, trim

Als out-take bezeichnet man Aufnahmen, die für einen Film nicht verwendet worden sind. Etwas enger fasst man darunter auch Aufnahmen, die aus einer ersten, längeren Fassung des Films vor dem final cut herausgenommen wurden. Derartige Szenen werden heute manchmal auf DVD-Editionen der Filme angeboten.
Insbesondere Fehler, die vor laufender Kamera passiert sind, führen aber zu Aufnahmen, die den eigentümlichen Witz mancher Versteckte-Kamera-Aufnahmen haben. In den 1970er Jahren begann das Fernsehen, out-takes in seinen Pleiten-Pech-und-Pannen-Genres aufzuführen. Seit den 1980er Jahren werden derartige Bilder gelegentlich auch unter dem Abspanntitel von Filmen gezeigt. In Hal Ashbys Being There (1979) sieht man Bilder Peter Sellers‘, der sein Lachen beim Drehen einer Szene unter Kontrolle zu bringen versucht. Derartige Aufnahmen verändern den Blick auf den Film, lenken Aufmerksamkeit auf ihn selbst. Insbesondere in den Filmen Jackie Chans führen die out-takes nach dem eigentlichen Film noch einmal eine Authentifizierung der akrobatischen Leistungen des Hauptdarstellers durch. Die Illusion wird aufgehoben, die out-takes präsentieren den Schauspieler, nicht mehr die Rolle im Spiel. Ähnlich wird am Ende von Grumpier Old Men (1995) in misslungenen Handlungs- oder Dialogaufnahmen ein Hinweis auf die beiden Hauptdarsteller Walter Matthau und Jack Lemmon gegeben. Höchst irritierend sind die Pseudo-Out-Takes am Ende von Toy Story 2 – A Bug‘s Life (USA 1998, John Lasseter). Sie gehören zum Spiel mit der höchst realistischen Oberfläche des Films: Die animierten Figuren treten nun noch einmal als Schauspieler auf. Damit verwirrt sich das Spiel der Figuren vollends: Weil sich die künstlichen Figuren von den Rollen des Spiels emanzipieren, behaupten sie eine ähnliche Unabhängigkeit gegenüber dem Spiel wie die Schauspieler von ihren Rollen auch.


Artikel zuletzt geändert am 19.07.2011


Verfasser: HJW


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