Lexikon der Filmbegriffe

limited release

auch: platform release, roadshow theatrical release, reserved seat engagement

Beim „erprobenden“ resp. „begrenzten Verleih“ (limited release) wird ein Film zunächst in wenigen großen Städten gespielt; erst dann, wenn die Einspielergebnisse zufriedenstellend sind, wird der Film „stufenweise“ eingesetzt. Die Praxis des begrenzten Verleihs geht zurück in die 1930er, als insbesondere aufwendige Epen zunächst auf begrenzt vielen Erstaufführungs-Leinwänden präsentiert wurden, oft mit Einzelkarten, die nur im Vorverkauf zu erstehen waren. Die Vorführung umfasste solche Werkteile wie eine musikalische Ouvertüre, eine Pause und ein musikalisches Zwischenspiel. Ein prominentes Beispiel ist Gone with the Wind (1939), der in der Aufführungsform der begrenzten Erstaufführung fast vier Stunden dauerte (danach: 222min). Erst danach kam der Film in die normale Auswertung, vor allem die musikalischen Teile entfielen dabei. In den 1950ern wurden A-Filme exklusiv und begrenzt gezeigt, um den Kontrast zum Fernsehen zu intensivierten (mit Filmen wie The Ten Commandments, 1956, Ben-Hur, 1959, oder Lawrence of Arabia, 1962). Als letzter Film, der exklusiv mit reservierten Sitzplätzen gestartet wurde, gilt Man of La Mancha (1972). Heute wird der „begrenzte Verleih“ als Auswertungsstrategie eingesetzt, wenn die Budgetierung des Films nur geringe Werbemittel umfasst oder wenn der Start als risikoreich eingestuft wird. Beispiele aus jüngerer Zeit sind The Crying Game (Miramax) or Slingblade (New Line). Oft wird der begrenzte Einsatz auch nur zu Werbezwecken gemacht, der Film soll eigentlich im Kabel oder als Video-/DVD-Kopie vermarktet werden. Regency, Polygram, Savoy oder auch Gramercy sind Verleiher, die diese Strategie bevorzugen.


Artikel zuletzt geändert am 29.07.2011


Verfasser: JH


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