Lexikon der Filmbegriffe

Spätwerk

Mit dem Modell des Spätwerks wird vor allem in der hagio- und biografischen Filmgeschrichtsschreibung gearbeitet, derzufolge am Ende eines Künstlerlebens die Themen, die während der Früh- und Hochphase bearbeitet wurden, in geläuterter Form noch einmal auftreten und Gegenstand künstlerischer Auseinandersetzung werden. Manchmal gilt die Spätphase – zu Recht oder zu Unrecht – als Verfallsphase (oft genannt ist Alfred Hitchcock), was wiederum Anlass werden kann zur Diskussion der ästhetischen Qualitäten der Filme der Schaffensphase. Anderen wird eine große intellektuelle und moralische Reife unterstellt (wie etwa Ingmar Bergman und den Filmen nach Fanny och Alexander, 1982). Manchmal werden im Spätwerk die Gewichte sogar noch einmal neu austariert. Ein vielgenanntes Beispiel ist Luis Buñuel, der das Programm einer surrealistischen Filmkunst in seinen letzten Filmen (unter ihnen Belle de Jour, 1967, Le Charme discrète de la Bourgeoisie, 1972, und Cet obscur Objet du Désir, 1977) noch einmal neu formulierte.

Referenzen:

Frühwerk


Artikel zuletzt geändert am 22.08.2011


Verfasser: JH


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