Lexikon der Filmbegriffe

Sascha-Film

Die Sascha-Filmfabrik wurde 1910 von Alexander Joseph Graf Kolowrat-Krakowsky gegründet (Sascha war sein Kosename). 1916 fusionierte die Firma mit Oskar Meßters Produktion und nannte sich danach Sascha-Meßter-Filmgesellschaft; 1918 endete die Kooperation, danach fusionierte Sascha-Film mit der Wiener Verleihfirma Philipp und Pressburger zur Sascha-Filmindustrie. Sie produzierte neben einigen Spielfilmen vor allem Kriegswochenschauberichte und errichtete 1916 ein Atelier in Wien-Sievering. In den 1920er Jahren spezialisierte sich die Firma auf Monumentalstummfilme nach amerikanischem Vorbild (darunter Sodom und Gomorrha, 1922, Die Sklavenkönigin, 1924, und Salammbo, 1925), bevor sie auf wienspezifische Themen überging. Nach dem Tod von Kolowrat-Krakowksy (1927) und einer schwierigen Phase wurde das Atelier in Sievering 1932 in ein Tonfilmstudio umgebaut. 1933 kamen Ateliers auf dem Rosenhügel dazu. Oskar Pilzer, der seit 1930 Vorsitzender des Verwaltungsrates der Sascha-Film war, sanierte, gemeinsam mit seinen drei Brüdern, das Unternehmen durch Übernahme eines Drittels der Stammeinlagen. 1934 beteiligte sich das Tobis-Tonbild-Syndikat (Berlin) an der Sascha-Film, die ab nun den Namen Tobis-Sascha trug. Der letzte große Filmerfolg war Maskerade (1934). Der letzte große Filmerfolg war Maskerade (1934). 1936 war die sogenannte Pilzer-Gruppe gezwungen – aufgrund des (wirtschaftlichen) Anschlusses der österreichischen Filmindustrie an die deutsche, der lange vor dem tatsächlichen politischen Anschluss erfolgte, ihre Anteile zu verkaufen. 1938 wurde die Tobis-Sascha-Filmindustrie in die neu gegründete 1938 wurde die Tobis-Sascha-Filmindustrie in die neu gegründete Wien-Film umgewandelt.

Literatur: Günter Krenn: Der bewegte Mensch – Sascha Kolowrat. In: Elektrische Schatten. Beiträge zur österreichischen Stummfilmgeschichte. Wien: Filmarchiv Austria 1999, S. 37-46. – Gerhard Renner: Der Anschluss der österreichischen Filmindustrie seit 1934. In: Oliver Rathkolb u. a. (Hg.): Die veruntreute Wahrheit. Hitlers Propagandisten in Österreich 1938. Salzburg 1988 (= Schriftenreihe des Arbeitskreises für historische Kommunikationsforschung, Bd. 1, S. 1-34.


Artikel zuletzt geändert am 19.07.2011


Verfasser: JH BM


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