Lexikon der Filmbegriffe

Zoom-Fahrt-Kombination

früher: „Fahreffekt bei feststehender Kamera“ (heute unüblich); engl.: tracking zoom, dolly zoom, travelling zoom; gelegentlich: „Hitchcock-Zoom“

In einer Zoom-Aufnahme bleiben die relativen Objekte und die relativen Größen der Objekte unverändert, während bei einer Fahraufnahme die näheren Objekte schneller größer werden als die hinteren. Darum entsteht der Eindruck, der Raum würde gestaucht oder gedehnt. Kombiniert man nun Zoom-In und Fahrt-Zurück – wie Alfred Hitchcock es in einer subjektiven Aufnahme des unter Höhenangst und Schwindel leidenden Helden in Vertigo (1958) vorexerziert hat –, entsteht eine Art von „visuellem Sog“, die Szene wird dramatisch aufgeladen, einiges der Irritation, die die mit natürlichen Sinnen unmögliche Wahrnehmung auslöst, überträgt sich auf die Leinwand (der in natürlicher Wahrnehmung unmögliche visuelle Effekt der Zoom-Fahrt-Kombination wird bis heute vertigo effect enannt). Andere Beispiele finden sich in Jos Stellings De Illusioniste (1985), um die Unbegehbarkeit eines labyrinthisch wirkenden Sanatoriums zu symbolisieren, oder in Martin Scorseses Good Fellas (1990), um den inneren Eindruck wiederzugeben, den einige schlechte Nachrichten auf eine der Figuren produzieren.

Literatur: Fuxjäger, Anton: Dolly ungleich Zoom, ergo Dolly-Zoom: Zur Technik und Semantik eines speziellen filmischen Effekts. In: Online-Festschrift für Thomas Kuchenbuch. Hrsg. Stephen Lowry u. Hans J. Wulff. ULR: http://www.hdm-stuttgart.de/festschrift/Grusstexte/Fuxjaeger/GrusstextFuxjaeger.htm, 2005.

Referenzen:

Vertigo-Effekt


Artikel zuletzt geändert am 02.03.2012


Verfasser: HJW


Zurück