Lexikon der Filmbegriffe

Happy Slapping

engl., wörtl.: „fröhliches Zuschlagen“; die einzelne Aktion nennt sich happy slap

Um 2004 wurde zum ersten Mal in England beobachtet, dass Jugendliche Überraschungsaktionen machten (Passanten an Bushaltestellen mit zusammengerollten Zeitungen auf den Kopf schlagen und dergleichen mehr), sie sie mit Video- und vor allem Handy-Kameras aufnahmen, die Filme weiterschickten oder im Internet veröffentlichten. Die Aktionen wurden gelegentlich mit Gewalt aufgeladen – zufällig ausgewählte Opfer wurden verprügelt, vergewaltigt oder ihnen wurde sonstwie Gewalt angetan. Mittlerweile wurde im Rahmen von Happy Slaps einer jungen Frau ins Bein geschossen, ein schlafender Obdachloser angezündet und ein elfjähriges Mädchen von drei Klassenkollegen vergewaltigt – immer vor dem Auge der Handykamera. Obwohl die wirklich bekannten Fälle übersichtlich waren, zudem ein großer Anteil der Filme offensichtlich gestellt ist, hatte die öffentliche Wahrnehmung des Happy Slapping hysterische Züge und wurde als Indiz für eine unkontrollierte Verrohung der Jugendlichen angesehen.
Michael Haneke hatte in seinem Film Bennys Video (Österreich 1992) die Praxis des Happy Slapping vorweggenommen: Der Film erzählt die Geschichte eines Dreizehnjährigen, der ein gleichaltriges Mädchen mit einem Elektroschockgerät tötet und die Tat auf Video aufnimmt.


Artikel zuletzt geändert am 30.07.2011


Verfasser: HHM


Zurück