Lexikon der Filmbegriffe

Kino-Pravda

russ., = Kino-Wahrheit

Kino-Pravda war eine Wochenschau-Reihe, die Dziga Vertov, Elizaveta Svilova und Mikhail Kaufman von 1922 bis 1925 produzierten. Insgesamt 23 Ausgaben von ca. 20min Länge, in der Regel aus drei Themen-Teilen bestehend, thematisierten Prozesse im Aufbau der Sowjetunion (Organisation der Bauern, Aufbau eines Flughafens und dergleichen mehr), einige waren kritisch (wie ein Beitrag über Probleme der Nahrungsmittelversorgung). Im Konzept der Kino-Pravda kondensierte Vertov seine Theorie des Dokumentarischen – das Kino soll danach Wahrheiten zeigen, die mit bloßem Auge nicht gesehen werden können. Die Episoden der Wochenschau entstammten großenteils Bereichen des täglichen Lebens, gaben Märkte, Schulen, Bürgermeistereien Gesicht, waren zum Teil mit versteckter Kamera gefilmt. Auf inszenierte Teile wurde grundsätzlich verzichtet. Im Stil schlicht, einfach, in einem relativ rohen Zustand – wohl auch, um anderen Filmemachern und Journalisten zu zeigen, wie eine Kino-Propaganda funktionieren kann –, kamen aber immer wieder experimentelle Elemente zum Tragen.
 

Referenzen:

Kino-Glas


Artikel zuletzt geändert am 31.07.2011


Verfasser: AS


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